Bezahlbarer Wohnraum und Stadtentwicklung in Lübeck-Süd – Frage an Ewa Näpflein-Wulf

THEMA 3 VON 10

Bezahlbarer Wohnraum und Stadtentwicklung

Wie kann Lübeck wachsen, ohne dass bezahlbares Wohnen und lebenswerte Quartiere aus dem Blick geraten?

Wohnen gehört zu den grundlegenden Fragen des Alltags. Die Höhe der Miete, die Verfügbarkeit geeigneter Wohnungen, die Nähe zu Schulen, Versorgung, Arbeitsplätzen und Verkehr sowie die Qualität des Wohnumfelds beeinflussen das Leben vieler Menschen unmittelbar.

Der Lübecker Mietspiegel 2025 gibt einen aktuellen Überblick über die ortsüblichen Vergleichsmieten im nicht preisgebundenen Wohnungsbestand. Die durchschnittliche gewichtete rechnerische Nettokaltmiete liegt dort bei 8,69 Euro je Quadratmeter. Gegenüber dem Mietspiegel 2023 entspricht dies einem Anstieg um 0,23 Euro je Quadratmeter.

Einordnung der Zahl:
8,69 Euro pro Quadratmeter ist ein rechnerischer Durchschnittswert für den entsprechenden Lübecker Mietwohnungsbestand. Er ist ausdrücklich kein eigener Durchschnittswert für Wahlkreis 33 und sagt nicht aus, dass jede Wohnung in Lübeck diese Miete kostet.

Wohnungspolitik ist mehr als der Mietspiegel

Ein Mietspiegel beschreibt vorhandene Vergleichsmieten. Er beantwortet aber nicht die Frage, wie viele zusätzliche Wohnungen benötigt werden, wo gebaut werden soll oder welche Wohnformen langfristig gebraucht werden.

Wohnungspolitik umfasst deshalb Neubau, geförderten Wohnraum, Bestandssanierung, Barrierefreiheit, energetische Anforderungen, Flächenplanung und die Gestaltung des Wohnumfelds. Hinzu kommen die Interessen von Mieterinnen und Mietern, Eigentümerinnen und Eigentümern, Wohnungsunternehmen und Menschen, die erstmals eine eigene Wohnung suchen.

Stadtentwicklung muss Infrastruktur mitdenken

Neue Wohnungen verändern ein Quartier. Wo zusätzliche Menschen wohnen, steigt häufig auch der Bedarf an Kitas, Schulen, Verkehr, Grünflächen, medizinischer Versorgung und weiteren Angeboten.

Deshalb sollte Stadtentwicklung nicht ausschließlich an der Zahl neu gebauter Wohnungen gemessen werden. Entscheidend ist, ob neue und bestehende Quartiere langfristig funktionieren und unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen.

Für Lübeck-Süd ist diese Frage besonders interessant, weil es sich nicht um einen eigenständigen Ort außerhalb Lübecks handelt, sondern um einen innerhalb der Hansestadt abgegrenzten Landtagswahlkreis. Stadtweite Projekte können Auswirkungen auf den Wahlkreis haben, dürfen aber nicht automatisch als Projekte speziell für Wahlkreis 33 bezeichnet werden.

Was kann das Land beeinflussen?

Die konkrete Bauleitplanung liegt wesentlich bei den Kommunen. Das Land beeinflusst jedoch Rahmenbedingungen des Wohnungsbaus, der Wohnraumförderung, des Bauordnungsrechts und verschiedener Förderinstrumente. Deshalb ist Wohnraum auch ein legitimes Thema für eine Landtagswahl.

Für eine Kandidatin stellt sich insbesondere die Frage, wie sie die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen gestalten möchte. Welche Förderbedingungen sind sinnvoll? Wie können Planungs- und Genehmigungsverfahren effizient organisiert werden? Welche Rolle soll sozial geförderter Wohnraum spielen? Und wie lassen sich Neubau und Bestand gemeinsam betrachten?

Bezahlbarkeit und unterschiedliche Lebensphasen

Der Bedarf an Wohnraum verändert sich im Laufe des Lebens. Junge Erwachsene benötigen andere Wohnungsgrößen als Familien. Ältere Menschen können auf barrierearme Wohnungen angewiesen sein. Studierende, Auszubildende und Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger haben häufig andere finanzielle Möglichkeiten als Haushalte mit höheren Einkommen.

Eine langfristige Wohnungspolitik muss diese unterschiedlichen Lebenslagen berücksichtigen. Dabei geht es nicht darum, einzelne Gruppen gegeneinander auszuspielen, sondern um ein ausreichendes und vielfältiges Wohnungsangebot.

Bestand und Neubau zusammendenken

Wohnungsbaupolitik betrifft nicht nur neue Baugebiete. Auch bestehende Gebäude und Quartiere spielen eine große Rolle. Modernisierung und energetische Sanierung können den Gebäudebestand verbessern, gleichzeitig entstehen dabei Fragen nach Kosten und sozialer Verträglichkeit.

Auch Leerstand, Umnutzung und Nachverdichtung können Teil der Debatte sein. Welche Instrumente im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von Lage, Eigentumsverhältnissen, städtebaulichen Zielen und rechtlichen Möglichkeiten ab.

Frage an Ewa Näpflein-Wulf: Welche landespolitischen Instrumente möchte sie unterstützen, damit in Lübeck ausreichend bezahlbarer Wohnraum entsteht und Wohnungsbau mit Infrastruktur, sozialer Entwicklung und lebenswerten Quartieren verbunden wird?

Keine unbelegte Position der Kandidatin

Diese Landingpage behandelt Wohnen als relevantes regionales und landespolitisches Thema. Sie behauptet nicht, dass Ewa Näpflein-Wulf bereits bestimmte Bauflächen, konkrete Förderquoten oder einzelne Lübecker Wohnungsprojekte unterstützt.

Solche Aussagen wären persönliche politische Positionen und benötigen eine belastbare Quelle. Solange diese nicht vorliegt, bleiben die konkreten politischen Entscheidungen Gegenstand der Frage an die Kandidatin.

Wohnen und Mobilität

Wohnort und Verkehr hängen eng zusammen. Eine günstige Wohnung kann für einen Haushalt weniger attraktiv sein, wenn tägliche Wege nur mit hohem Zeit- oder Kostenaufwand möglich sind. Umgekehrt können gute ÖPNV-Verbindungen und kurze Wege die Qualität eines Wohnstandorts erhöhen.

Deshalb überschneidet sich dieses Thema mit der späteren Landingpage zu Mobilität und Verkehr. Auch Schulentwicklung, Betreuung und soziale Infrastruktur hängen mit Stadtentwicklung zusammen.

Warum aktuelle Daten wichtig sind

Wohnungsmärkte verändern sich. Deshalb verwendet diese Seite aktuelle kommunale Informationen statt ältere Werte ungeprüft fortzuschreiben. Der Mietspiegel 2025 hat den Stichtag 1. Mai 2025 und ist seit Februar 2026 gültig.

Gerade bei Zahlen ist diese Datierung wichtig. Ein Mietspiegel ist keine Prognose für 2027, sondern beschreibt einen definierten Datenbestand. Die politische Diskussion muss deshalb unterscheiden zwischen gemessener Ausgangslage und zukünftigen Zielen.

FAQ – Wohnen in Lübeck

Wie hoch ist die durchschnittliche rechnerische Nettokaltmiete im Mietspiegel 2025?
Für den frei finanzierten, mietspiegelrelevanten Wohnungsbestand nennt die Hansestadt Lübeck 8,69 Euro je Quadratmeter als durchschnittliche gewichtete rechnerische Nettokaltmiete.
Ist das ein Wert nur für Lübeck-Süd?
Nein. Der veröffentlichte Wert bezieht sich auf den Lübecker Mietspiegel insgesamt.
Legt der Mietspiegel die Miete einer Wohnung fest?
Nein. Er bildet ortsübliche Vergleichsmieten anhand bestimmter Merkmale ab und ist keine pauschale Mietpreisfestsetzung.
Warum ist Wohnen auch Landesthema?
Das Land beeinflusst unter anderem rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen der Wohnraumförderung und des Bauens.
Hat Ewa Näpflein-Wulf konkrete Wohnungsbauprojekte versprochen?
Auf dieser Seite wird kein entsprechendes persönliches Wahlversprechen behauptet.

Fazit

Der Lübecker Wohnungsmarkt ist ein Thema mit vielen Ebenen. Mietpreise, Wohnungsangebot, Neubau, Bestand, Barrierefreiheit und Infrastruktur müssen gemeinsam betrachtet werden. Der aktuelle Mietspiegel liefert dafür einen belastbaren Teil der Ausgangslage, beantwortet aber nicht die politischen Zukunftsfragen.

Für die Landtagswahl 2027 ist deshalb interessant, welche Rolle Ewa Näpflein-Wulf dem Land bei Wohnungsbau und Stadtentwicklung zuschreibt und welche konkreten Instrumente sie für Lübeck und Lübeck-Süd unterstützt.

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